Cleo’s Knie Tagebuch. Und noch so einiges andere mehr….

//Cleo’s Knie Tagebuch. Und noch so einiges andere mehr….

Cleo’s Knie Tagebuch. Und noch so einiges andere mehr….

So, nun wurde Cleos 2. Knie operiert und ich habe mir vorgenommen, dieses Mal alles ganz genau aufzuschreiben. Vielleicht hilft es ja anderen Hundebesitzern, deren Hund auch eine solche OP überstehen muss.

Tag 1

Morgens um 08:00 musste ich Cleo in die Klinik bringen. Am Vorabend durfte sie um 18:00 zum letzten mal was essen (OK, es war 19:00, früher sind wir selten zu Hause). Ab 22:00 Wasserverbot. Daphne und Manu bekommen also auch nichts mehr, so ist das in einer Familie.

Wie schon bei der 1. OP habe ich dem Team der Klinik einen Brief geschrieben. Zum einen steht da alles drin, was bei ihr gemacht werden muss, zum anderen glaube ich, die Mitarbeiter haben ein bisschen Spass. Sie sehen und hören ja immer viel Elend und es schadet nicht, wenn sie auch mal etwas zu lachen haben.

Liebes Team der Tierklinik Kaiserberg,
hier bin ich wieder, Eure Cleo. Ihr habt mir im Sommer schon das linke Knie nach TTA operiert und es ist echt super geworden. Nun macht das bitte mal genauso schön am rechten Knie, damit ich bald wieder mit meinen Hundekumpels durch den Wald rasen darf.
Kümmert Ihr Euch auch bitte mal wieder um meine Analdrüsen und spült sie aus? Die blöden Dinger entleeren sich nicht von alleine und jucken wie der Teufel. Ständig muß ich da dran und lecke mir immer den Po wund. Das ist nicht schön, glaubt mir. Habt Ihr nicht eine Idee, was man dagegen tun kann? Mein Frauchen versucht schon alles mögliche, gibt mir diese komischen weißen Kügelchen, ist jetzt umgestiegen auf Flohsamenschalen (mal ehrlich, ist schon schräg, oder? Normalerweise schreit ja jeder, wenn er das Wort Floh nur hört und ich kriege das in mein Futter. Ihr Menschen seid schon komisch…).
Ich bin frisch entwurmt, am Sonntag gab es die letzten Tabletten Prazifen.
Durch meine zahlreichen Allergien darf ich nur bestimmte Sachen essen. Pferd, Kartoffeln, Möhren, Apfel gehen recht problemlos in mich rein. Ich bin gegen die Hausstaubmilbe allergisch, gegen Futtermilben, Grasmilben, Schimmelpilze und noch so allerlei Zeugs. Im Moment nimmt mein Frauchen zu Hause die Gardinen ab, damit es nicht so staubt. Aber ob das hilft? Aber so kann ich die Eichhörnchen besser beobachten, die hüpfen immer im Garten rum und machen uns 3 Tölen total narrisch.
Mein linkes Ohr ist auch immer total entzündet. Am letzten Wochenende hat mein Frauchen einen Tipp bekommen und hat mir Kokosöl ins Ohr gestopft. Ganz großes Kino – jetzt ist das Ohr feuerrot und sieht furchtbar aus. Könnt Ihr dagegen was machen?
Gibt es nicht etwas, das ihr mir geben könnt, damit zumindest für eine Zeit dieses blöde Jucken aufhört? Habe mal von Kortison gehört, ist zwar auf Dauer nicht gesund, soll aber helfen. Ich wäre Euch da wirklich dankbar, wenn ich nämlich jetzt die blöde Tüte auf dem Kopf habe, komme ich ja nicht mehr an mein Hinterteil – und dann? Ich verlass‘ mich da auf Euch, bisher habt Ihr ja gute Dinge mit mir angestellt, bin da voller Vertrauen.
Wer mich noch nicht kennt – ich bin ein totaler Schmuser und ganz lieb. Kann vielleicht jemand meine Pfote halten, wenn ich wach werde? Das hilft mir gut gegen dieses blöde Gefühl, so ganz ohne Frauchen und meine beiden Hundefreundinnen. Wäre echt toll…
 
Und jetzt mal los, genug gelesen. Macht mein Knie heile und den Rest gleich mit, OK? Pfote drauf :-).
Eure Cleo

Abends konnten wir Cleo dann abholen. Die OP hat gut geklappt, ausgestattet mit Schmerzmittel und Antibiotika fahren wir nach Hause. Daphne und Manu begrüssen Cleo freudig, aber auch sehr vorsichtig. Sie wird genau abgeschnuppert, die Damen möchten ja schließlich ganz genau wissen, wo Cleo den Tag verbracht hat. Alle liegen dann auf ihren Decken und es herrscht Ruhe.

Wir finden es immer wieder erstaunlich, wie die Hunde aufeinander reagieren. Normalerweise sind Manu und Cleo unsere wilden Tölen, keine Rauferei ist zu heftig, kein Gerangel groß genug. Aber in solchen Situation üben sie enorme Rücksichtnahme. Mancher Mensch kann sich eine Scheibe abschneiden.

Die Nacht war relativ ruhig, 2mal hat Cleo geweint. 1mal wollte sie was trinken (direkt nach der OP soll das nur kontrolliert gegeben werden, daher stand der Wassernapf ausnahmsweise nicht zur freien Verfügung), das andere Mal wollte sie einfach nur, dass jemand Pfote hält.

Zu meiner riesengroßen Freude hat Cleo schon am Tag nach der OP ihr großes Geschäft erledigt. Bei der 1. OP hat sie sich 3 Tage Zeit gelassen und ich habe mir große Sorgen gemacht. Aber jetzt sind wir ja schon Kreuzband-OP Profis und sehen das alles etwas gelassener. Oder so 🙂

Tag 2

Nach der letzten OP hat Cleo das operierte Bein bereits am Tag nach der OP eingesetzt. Ich war heute schon wieder völlig besorgt, weil sie immer noch humpelt. Aber jetzt, letzter Gassigang und ca. 26 Std. nach der OP tritt sie auf. Vorsichtig zwar, aber sie tritt auf. Puuhh….
Ihr seht, ich bin völlig entspannt, ich Kreuzband-OP Profi. Naja, man muß auch über sich selbst lachen können :-)))

Tag 3
Keine besonderen Vorkommnisse. Wir machen nur sehr kurze Gaseirunden, alles kontrolliert an der Leine.

Tag 4
Cleo hat anscheinend vergessen, dass sie gerade erst operiert wurde. Im Gegensatz zur Zeit nach der 1. OP ist unser Hund topfit und kaum zu halten. Ich muß meine ganze Autorität (hüstel) in die Waagschale schmeissen, um den Hund daran zu hindern, Luftsprünge zu unternehmen.

Tag 5 bis 13
Nun kürze ich ab. Cleo geht es dermassen gut, sie läuft ohne irgendwelche Anzeichen von Schmerz. Sie bekommt auch keine Schmerzmittel, anders als bei der 1. OP. Da haben wir fast eine Woche Metacam gegeben, aber jetzt habe ich das ab Tag 2 abgesetzt. Damit ihr mich richtig versteht – natürlich soll unser Hund keine Schmerzen haben, aber im Moment ist es besser, sie hat welche. Dann hört sie nämlich auf, wie ein Flummiball durch die Gegend zu springen.

Tag 14
Kontrolltermin in der Klinik, die Fäden sollen gezogen werden und das Blutergebnis mit dem großen Allergietest ist auch endlich da.

Die Ärztin ist völlig begeistert, wie Cleo das Bein einsetzt. Ich sag‘ ja, das hat gut geklappt. Dann werden die Analdrüsen kontrolliert. Ooooh – so habe ich unseren Hund noch nie erlebt. OK, dieser Riesenköter ist eine echte Sissy, sehr wehleidig und jammerig. Aber was sie hier präsentiert, ist bühnenreif. Sie schmeisst sich auf den Boden und schreit die ganze Praxis zusammen und die ist nicht gerade klein. Ich bin sicher, dass man das bis in den hintersten Winkel der Klinik gehört hat. Es war ein echter Kampf, Madame Zimperlich festzuhalten. Cleo mag mich und ich glaube nur diesem Umstand habe ich es zu verdanken, dass sie nicht in mich reingebissen hat. Nächstes Mal gibt es einen Maulkorb. So was kommt von so was.

Der Blick in die Ohren lässt die Ärztin entsetzt dreinschauen. Zwar ist das eine Ohr nicht mehr so rot, aber trotzdem noch ganz weit weg von in Ordnung. Also werden weiterhin Medikamente verschrieben. Ich glaube, ich werde die Flasche mit dem Ohrreiniger jetzt in eine braune Papiertüte packen, so ähnlich wie in Amerika die alkoholischen Getränke getarnt werden. Cleo haut nämlich sofort ab, wenn sie die Flasche sieht. OK, für den Merkzettel: braune Papiertüte kaufen und Cleo erzählen, es gibt jetzt feinen Whisky…

Die Ergebnisse des Bluttests sind noch niederschmetternder als der Blick ins Ohr. Wäre Cleo eine Katze, wäre jetzt der Freigang gestrichen. Ich würde ihr einen Kellerraum herrichten, Bäume, Gras und Blumen an die Wand malen und sagen, so, nun mach mal schön. Aber ernsthaft: der Hund ist so ziemlich gegen alles allergisch. Unzählige Gräsersorten, Kräuter, Brennnessel, Sauerampfer, Spitzwegerich, weisser Gänsefuß und noch unzähliges mehr. Gegen Hausstaubmilbe, Futter- und Heumilbe und zwar in einer so hohen Reaktion, das ist wohl auch selten. Aber sie ist nicht allergisch gegen Flöhe und Kakerlaken. Kakerlaken? Wir haben zwar keine, aber es wäre nicht schlimm, wenn jetzt welche einziehen. Zumindest nicht für Cleo… Aber mal ehrlich – wieso testet man auf Kakerlaken, welchen Eindruck haben die in der Klinik von mir? Hhmmm….

Gegen den Juckreiz bekommt sie Apoquel und nun wird ein Serum hergestellt, mit dem wir die Desensibilisierung versuchen. Geht ganz schnell, bestimmt schon in einem Jahr wird das helfen. Genau das richtige für mich und meine Geduld. Wo ist der nächste Yoga-Lehrer?

Apoquel schlägt super an, sie kratzt sich kaum. Ach so, noch einen Tipp haben wir von der Ärztin bekommen: Cleo sollte nach jedem Spaziergang geduscht werden. Kennt ihr den Film „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“? Ich kenne zwar nur den Titel, übertrage das jetzt mal auf Cleo. Wenn sie denn auf Chihuahua-Maß schrumpfen würde, wäre das ja kein Problem. Ab ins Waschbecken und fertig. Aber bitte doch nicht mit einem 35kg Hund und das mehrmals täglich? Nee, das wird nix.

So, die wichtigsten Infos habt ihr jetzt. In lockerer Folge werde ich berichten, was hier so passiert. Langeweile war gestern.

By | 2014-12-13T17:04:31+00:00 Dezember 13th, 2014|Tagebuch|2 Comments

2 Comments

  1. Claudia kollet 14. Dezember 2014 at 10:36 - Reply

    Wer braucht schon Weihnachtsgeschichten? So lange man Marion und Cleo hat. Der Sonntag ist gerettet!

  2. Dunja und Fitch 14. Juni 2015 at 22:54 - Reply

    Hallo, ich finde es super, dass mal jemand seine Erfahrungen aufschreibt 🙂 … mein Rotti ist am Dienstag operiert worden und läuft seit Mittwoch auf allen Vieren… was mich doch sehr beunruhigt da die Klinik mir ziemlich Angst gemacht hat er dürfte nicht wegrutschen nicht springen usw… ich tu mein Bestes und habe unsere ganze untere Etage mit Teppich ausgelegt (statt Fliesen)… allerdings muss er insgesamt 8 Stufen bis ins Haus gehen (2×4 Stufen) kann ihn aber mit 53 kg schlecht tragen… wie sind da Eure Erfahrungen muss man sich bei jeder Stufe bzw bei jedem noch so kleinen Sprung zur Seite (natürlich trotz Leine) Gedanken machen? GlG

Leave A Comment

News abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse für das Abonnieren unseres Newsletters an.

Neuste Kommentare