Kopf ab – unser Trio beim Tierarzt

//Kopf ab – unser Trio beim Tierarzt

Kopf ab – unser Trio beim Tierarzt

Heute war es mal wieder so weit, ein Tierarztbesuch ist angezeigt. Einer unserer Hunde hat eine Zecke. Das ist nun wirklich nichts ungewöhnliches und ich bin werkzeugmässig gut gerüstet. Pinzette, Zange, Haken, Karte – alles vorhanden.

Hilft aber nicht, wenn die blöde Zecke den Kopf ab hat hat. Noch blöder ist es, wenn der Kopf noch im Hund steckt, dieser seit Tagen die Stelle bearbeitet und mittlerweile ein eitriges Loch im Hund ist. Ich habe nun wirklich lange gewartet, dass dieser blöde kopf von alleine rauseitert, aber meine Kontrolle heute morgen zeigte – alles noch drin.

Bei uns gilt Sippenhaft. Bedeutet – geht einer, gehen alle. Also bin ich mit den Tölinnen zum Tierarzt meines Vertrauens, damit der blöde Kopf den Weg nach draussen findet.

Hund auf den Tisch, Tisch wird hochgefahren. Hund auf dem Tisch findet das ausgesprochen blöd. Ein anderer aus dem Rudel meint, ihr stünde es zu, auf dem Tisch zu stehen. Also erst einmal krampfhaft versucht, den Hund ohne Zecke vom Tisch zu bekommen. Erster Schweißausbruch bei mir.

Den Hund mit den zwei Köpfen versucht, auf die Seite zu legen. Nicht so einfach kann ich mal sagen. Gutes Zureden hilft da nicht, ich bin gewaltbereit. Und wer jetzt meint, er muss DEN Tierschutz informieren – Bitteschön, tut euch keinen Zwang an. Den nächsten Tierarztbesuch könnt ihr dann machen.

Es kommt, wie ich es befürchtet habe. Sage und schreibe 3 (i.W. DREI) Menschen werden benötigt, um diesen Hund halbwegs ruhig zu halten. 1 Hand am Hals, mit der anderen werden die Vorderbeine festgehalten. Ich liege mit meinem Körpergewicht halb auf diesem rebellischen Köter. Der 3. hält die Hinterbeine fest, damit die Ärztin zumindest mal schauen kann, wie die Wunde aussieht. Ich fühle mich wie ein Schmorbraten, so langsam stehe ich im eigenen Saft. Ein Begleithund kommt immer mal wieder gucken, was wir da so veranstalten. Das stört, der Tisch ist mit einem Hund drauf und 4 Personen drumherum einfach zu klein.

Nach einigen Minuten des Kampfes gelingt es, die Wunde zu begutachten. Und oh Wunder – der Kopf ist weg. Rausgefallen, aufgefressen – völlig egal, Hauptsache er ist weg. Nun muss noch ein Desinfektionsspray auf die Wunde.

Mal ehrlich – wer außer mir ist so selten blöd, mit einer weißen Bluse zum Tierarzt zu gehen? Die ist jetzt völlig zerknittert, das macht aber nichts. Da Hund auf dem Tisch aber der Meinung war, dass Desinfektionsspray völlig überbewertet ist und sich auch dabei heftig gewehrt hat, ziert meine weiße Bluse nun ein dekorativer gelber Fleck.

Eine Helferin hat den Arm ordentlich zerkratzt. Sie sagte aber, sie verklagt uns nicht. Das nennt man glaube ich Berufsrisiko. Ich habe mich natürlich entschuldigt und den Kötern angedroht, dass sie ins Heim kommen (nicht zum ersten und wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal).

Jetzt ihr – welcher Hund ist der mit den 2 Köpfen? Und wer wollte unbedingt mit auf den Tisch?

 

PS: Ich verabschiede mich mit den Worten „bis bald“ von der Tierärztin. Sehr spontan antwortet sie „hoffentlich nicht“. Sagt alles, oder? 🙂

By | 2018-05-16T20:12:24+00:00 Mai 16th, 2018|Tagebuch|3 Comments

3 Comments

  1. Andrea Theiner 16. Mai 2018 at 21:41 - Reply

    Marion, bitte alle Deine tollen Berichte an einen Verlag geben! Das wird ein mega BuchDu kannst so toll und spannend schreiben! Man kann richtig mitfiebern!

  2. Birgit Lung 17. Mai 2018 at 9:11 - Reply

    Sag‘ ich auch immer zu Marion, und der Erlös geht an den Tierschutz

  3. Marion Itjeshorst 18. Mai 2018 at 6:23 - Reply

    Da käme bei meinen nicht viel rum:-)))

Leave A Comment

News abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse für das Abonnieren unseres Newsletters an.

Neuste Kommentare