Ich habe meinen Hund soooooo lieb, aber er muss weg

//Ich habe meinen Hund soooooo lieb, aber er muss weg

Ich habe meinen Hund soooooo lieb, aber er muss weg

Von einer lieben Freundin erhielt ich die Info, dass eine Bekannte vor ihr sich leider, leider, leider von ihrem Hund trennen muss. Was macht Frau in solchen Dingen: Holt Infos über den Hund ein und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, damit der Hund schnell ein schönes, neues Zuhause findet.

Hund lebt in Hessen, OK, nicht direkt um die Ecke. Ich starte also einen Aufruf, ein paar Tage ist es ruhig, aber dann melden sich Interessenten. Es ist nicht so ganz einfach, die  aktuelle Besitzerin des Hundes zu erreichen, geschweige denn, sie zu einem Rückruf zu aktivieren. Irgendwann gelingt es, wir telefonieren miteinander. Sie beteuert immer immer wieder, wie sehr sie den Hund liebt und dass sie ihn nur in allerbeste Hände abgibt. Sie hat leider überhaupt keine Zeit mehr für ihn, ihr bricht das Herz. Gott, bin ich gerührt, so viel Liebe zum Tier.

Dann meldet sich ein TSV, der den Hund übernehmen könnte. Zwar ginge er dann zunächst auf eine PS, was ich persönlich jetzt nicht so schick finde, aber immerhin ist es eine Option. Stelle den Kontakt zwischen TSV und Frauchen her. Erste Korrektur: Ich VERSUCHE, den Kontakt herzustellen. Frauchen erhält sämtliche Informationen von mir verbunden mit der Bitte, sich schnell mit dem TSV in Verbindung zu setzen. Wie immer ist schnell ein dehnbarer Begriff und in Hessen hat er wohl eine ganz andere Bedeutung. Sei’s drum, schon vier oder fünf Tage später meldet Frauchen sich. Am 31.08. war der besagte TSV auf dem Dog Event der Düsseldorfer Rennbahn. Ich bin dorthin gefahren, um sie kennenzulernen und mir einen Eindruck zu verschaffen. Nettes Gespräch, alles ist OK, ernsthafte Absichten, wunderbar.

Mit viel Liebe zu ihrem Hund gespicktes Frauchen meldet sich dann am Montag morgen beim Verein, es fand wohl ein langes Gespräch statt, organisatorische Dinge wurden besprochen.

Montag nachmittag ruft eine Interessentin für den geliebten Hund vom Frauchen bei mir an. Sie wohnt bei mir um die Ecke, VK und laufende Betreuung wären sichergestellt. Ich rufe also sofort bei dem Frauchen an und vermelde die freudige Neuigkeit. Schicke alle Informationen, erhalte die Info, dass sie sich sofort mit der Interessentin in Verbindung setzen wird. Sofort ist ähnlich wie schnell und das ist in Hessen ja anders, siehe oben.

Ich bin fair und informiere den TSV am Dienstag morgen, dass sich eine Interessentin gemeldet hat. Ich kenne es im Tierschutz so, dass Endstelle vor Pflegestelle geht. Sollte sich die Interessentin, die am Telefon einen wirklich sehr netten Eindruck machte, auch persönlich als so nett erweisen, würde ich das dann einer Pflegestelle vorziehen.

Tja, was soll ich sagen. Heute nachmittag, Donnerstag, 04.09.2014, meldet sich die nette Interessentin bei mir. Leicht verwundert, weil sich das Frauchen, die, die ihren Hund sooooo liebhat, noch gar nicht gemeldet hat. Ich schwanke zwischen peinlicher Berührtheit und purer Wut. Gott sei Dank ist Hessen weit weg.

Seit einigen Stunden versuche ich nun, das Frauchen an’s Telefon zu bekommen. Sie kennt meine Nummer, weiss also, um was es geht. Wahrscheinlich kann sie deshalb nicht abheben, weil sie sich voller Liebe um den Hund kümmert.

Frauchen aus Hessen – ich kann gar nicht sagen, was ich Dir an den Hals wünsche. Mir tut es so wahnsinnig leid um den Hund, vielleicht hätte er eine tolle Chance gehabt. Die interessierte Familie hat schon alles geplant, um am Wochenende nach Hessen zu fahren und ihn kennenzulernen.

Ich gebe nicht auf, werde weiter versuchen, das liebesdurchtränkte Frauchen zu erreichen. Allein – mir fehlt der Glaube.

By | 2014-09-05T09:21:34+00:00 September 4th, 2014|Tagebuch|0 Comments

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