Ein ganz normaler Spaziergang…

//Ein ganz normaler Spaziergang…

Ein ganz normaler Spaziergang…

…sollte es werden. Doch da läuft mir am heutigen Montag morgen dieser kleine Mann vor die Füsse. Mutterseelenallein läuft er über die Strasse, weit und breit kein Mensch in Sicht. Es dauert einige Zeit, bis ich ihn zu fassen bekomme, da er vor unserem 3er Gespann doch relativ viel Respekt hat. Irgendwann gelingt es mir und Gott sei Dank habe ich heute ausnahmsweise mal 3 Leinen dabei. Normalerweise laufen Daphne und Manu an einer gemeinsamen Leine, heute jedoch habe ich mich entschieden, dass jede ihre eigene Leine bekommt. Ob ich schon eine Vorahnung hatte oder doch irgendwie gelenkt wurde?

Egal, ich bin dankbar für die dritte Leine und kann den kleinen Mann erst einmal sichern. An seinem Halsband ist eine Telefon Nr. und seine Adresse angebracht. Mit allen Hunden im Gepäck mache ich mich auf zu der Anschrift und klingle, aber es öffnet mir niemand. Auch unter der Telefon-Nr. habe ich kein Glück. Ich schicke eine SMS und berichte, dass ich den Hund gefunden habe. Keine Reaktion.

Dem kleinen Mann ist sichtbar kalt und ich wickele ihn in meinen Schal. Mitgehen will er nicht, er droht mir aus dem Halsband zu schlüpfen. Ich mache es enger, hilft aber nicht viel, er könnte immer noch herausschlüpfen. Guter Rat teuer – auf den Arm nehmen und dann mit meinen 3 an der Leine nach Hause gehen erscheint mir noch etwas riskant. Auch wenn der Junge eine Winzigausgabe ist, nur so, unter einen Arm geklemmt, wäre die letzte Option. Während ich noch überlege öffnet sich doch tatsächlich die Haustür. Ein älterer Herr steht vor mir und er ist in keinem guten Zustand. Schockierend, ehrlich gesagt. Er erzählt mir ein bisschen was über die Hintergründe, das schockiert mich auch.

Ich habe meine Hilfe angeboten. Und ich würde mich wirklich freuen, wenn sie angenommen würde. Aber ich rechne nicht damit.

So ist das manchmal, Elend vor unserer eigenen Tür und oft, viel zu oft bekommt man nichts davon mit. Obwohl die Nachbarn es eigentlich mitbekommen haben müssten…

Ich bleibe dran am kleinen Mann und auch an dem älteren Herrn. Drückt mal die Daumen, das ich helfen kann.

By | 2017-06-26T15:20:13+00:00 Januar 9th, 2017|Tagebuch|0 Comments

Leave A Comment

News abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse für das Abonnieren unseres Newsletters an.

Neuste Kommentare